Frieden auf der Welt nur eine Utopie?

franzi/ August 13, 2019

Bild von Annette Jones auf Pixabay

Gedanken zum Weltfriedenstag

Am 1. September begehen wir den Tag des Weltfriedens. Gab es ihn jemals? Gibt es ihn schon? Die Geschichte ist gekennzeichnet durch Kriege überall auf der Welt. Der Weltfrieden scheint erklärungsbedürftig zu sein: Der Begriff beschreibt einen Idealzustand, nämlich jenen, der das Ende aller Kriege und Feindseligkeiten beinhaltet, d. h. auch, alle gegenwärtigen Kriege und Konflikte sind beigelegt und beendet.

Klingt wie ein Traum, also nochmal anders erklärt: Immanuel Kant hat in seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ wesentliche Grundlagen für unseren modernen Friedensbegriff postuliert. Und ja, das war 1795. In Form eines fiktiven Friedensvertrages wendet Kant seine Moralphilosophie auf die Politik an. Er versucht, die Frage zu beantworten, ob und vor allem wie ein dauerhafter Friede zwischen Staaten zu realisieren wäre. Für Kant selbst war Frieden kein natürlicher Zustand zwischen Menschen. Friede muss gestiftet und abgesichert werden, und dies ist eine Angelegenheit der Politik!

Und 2019? Kürzlich wurde die Antwort der Bundesregierung an den Grünen-Politiker Omid Nouripour veröffentlicht. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2019 Rüstungsexporte im Wert von 5,3 Milliarden Euro genehmigt. Mit anderen Worten: Das Exportvolumen Deutschlands in Sachen Rüstung, Waffen und Logistik war im ersten Halbjahr diesen Jahres deutlich höher als im Gesamtjahr 2018 (4,8 Milliarden Euro). Gute Kunden unseres Landes sind auch islamistische Staaten, wie z.B. Saudi-Arabien, oder aber der türkische Faschismus von Erdogan.

Menschenrechte sind in den Konflikt- und Kriegsgebieten Verhandlungssache. Die herrschende Politik in Deutschland handhabt diese ganz pragmatisch.

Mit den Rüstungsexporten wird auch der Krieg exportiert. Länder der Europäischen Union unterstützen mit ihren Rüstungsexporten sich feindlich gegenüber stehende Kräfte. Das Teile und Herrsche des antiken Roms schlägt sich in konkreten Profitraten der Rüstungskonzerne nieder.

Gerade und vor allem wegen der historischen Verantwortung Deutschlands – immerhin hat es zwei Weltkriege zu verantworten – wäre ein Stopp aller Rüstungsexporte nötig. Solange Maximalprofite mit Rüstungsgütern erwirtschaftet werden, ist der ewige Friede ein Traum. Es liegt an uns, diesen zu verwirklichen.

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