Gemeinsam für bessere Verbindungen

schneiderfranziska/ September 29, 2018

Gut gefüllt war der Saal im Gerhard Hauptmann-Museum kurz vor Herbstbeginn, als DIE LINKE zu einer Veranstaltung unter der Überschrift „Entlastung durch Ausdehnung: Kann der Speckgürtel bis Frankfurt (Oder) wachsen?“ einlud. Der Ortsvorsitzende Michael Voges moderierte ein Gespräch zwischen mir und René Wilke, dem Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder).

Die erste Frage an den Gast aus der Grenzstadt war, wie er es geschafft habe, als Linker die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters im März haushoch zu gewinnen. „Die Stadt atmen“, erklärte Wilke seine Herangehensweise. Bei sich bleiben, glaubwürdig sein, sich zur Not auch gegen die Linie der eigenen Partei stellen und durchaus den Bürgern widersprechen, wenn Zustimmung die eigenen Überzeugungen verletze. Ein Ansatz, dem ich zustimmte und ergänzte: „Wichtig für uns Linke ist, wieder mehr zu den Bürgern zu gehen, mehr mit ihnen, als über sie zu reden. Betroffenen direkt zu helfen und wie zuletzt den öffentlichen Protest für den Erhalt der GefAS in Erkner zu organisieren, dort liegen unsere Aufgaben.“

René Wilke verwaltet einen aktuellen Schuldenberg von etwa 120 Millionen Euro. Hinzu käme ein Reparaturrückstau an öffentlichen Gebäuden und Straßen von etwa 100 Millionen Euro. „Um die Mängel zu beheben, stehen uns jährlich etwa drei Millionen Euro zur Verfügung“, deutet der 34-Jährige an, was für eine Last sein Amt mit sich bringt.
Aber Frankfurt habe auch Dinge, die woanders fehlen. Zum Beispiel: Den zweithöchsten Kulturetat pro Kopf im Vergleich von Städten dieser Größenordnung deutschlandweit. Eine bunte Gesellschaft voller Menschen aus aller Herren Länder in der 60.000-Einwohnerstadt.

Ganz anders ist die Bevölkerungsstruktur im Landtagswahlkreis 31 zu beschreiben. Während in der Stadt Erkner mit immerhin 1.200 kommunalen Wohnungen auch „normale Menschen“ ein Zuhause finden, überwiegt in Schöneiche, Woltersdorf, Neuenhagen und Hoppegarten der private Wohnungs- und Hausbau deutlich, so dass finanzierbare Mieten immer seltener sind.

René Wilke kennt die Probleme des Speckgürtels. „Enge, Wohnraumknappheit, Mangel an Kitaplätzen und sogar Probleme, die Kinder ordentlich zu beschulen, ein überlasteter öffentlicher Nahverkehr“, führte er an, um sogleich anzumerken, dass seine Stadt auf genau diesen Feldern das Gegenteil darstelle.
Und das, obwohl Erkner und Frankfurt (Oder) doch so weit voneinander entfernt nicht sind. Woran liegt es, dass an der Oder öffentlich gefördert Wohnhäuser abgerissen werden, die im Speckgürtel für viel Geld neu entstehen müssen?

René Wilke und ich sind uns einig in der Diagnose: Der Weg ist nicht zu lang, er dauert zu lange. Eine Taktverkürzung des Regionalexpress 1 sowie die Ergänzung um Sprintervarianten, die dann nur in Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Erkner und Berlin halten, könne Entlastung bringen.

René Wilke empfiehlt, mich für die Landtagswahl aufzustellen

Verkehrsplanung sei jedoch Landessache, erklärte René Wilke. „Ein Weg, das Problem zu lösen, sitzt neben mir. Franzi als Kandidatin aufzustellen, kann ich nur empfehlen. Sie hat die notwendige Intelligenz und den Biss für die Aufgabe, verfügt über reiche Erfahrungen und ist vor allem eine Frau, die nie leichtfertig den einfachsten Weg sucht, sondern stets den Dingen auf den Grund geht und seriöse Lösungen erarbeitet.“ Das hat mich gefreut.


Pressebericht:

Neues Deutschland vom 22./23. September 2018, Seite 15

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